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Dienstag, 18. Dezember 2012

Bahnhofsgeschichten

Anschlusszug voll (inkl. Stehplätze), bis auf den Vierersitz, wo ein Teenager sich breitmachte, indem er seine Füße (mit Schuhe) auf die Sitze hatte.
Als ich mich hinsetzen wollte, schaute er mich an und meinte:
„Nein!“
„Wie nein?“
„Ist besetzt!“
„Das ist nicht dein Ernst, oder?“
„Doch!“
“Mach zuerst mal deine Schuhe von den Sitzen weg“, und weil er nicht reagierte, half ich ihm dabei und setzte mich selbstverständlich hin.
„Hier ist besetzt!“, schrie er mich an.
„Für was hältst du dich?“, fragte ich ihn ziemlich aufgebracht.
„Für etwas Besseres“, und legte dieses Mal seine Füße demonstrativ neben mir.
„Träum weiter! Vielleicht sollte ich mal den Schaffner fragen, was er davon hält“, und schubste seine Schuhe vom Sitz weg.
 „Mach doch!“
„Wenn du dich schickst, brauche ich es nicht.“
Ich kramte nach meinem Kreuzworträtsel + Stift, schaute mich nichts ahnend um und erschrak über entsetzte Gesichter, die meinen Sitznachbar anstarrten. 
2 seiner Schulkamerade setzte sich später hinzu.
 Einer wollte tatsächlich seine Füße zwischen seinem Kumpel und mir legen. 
Das war sein erster und letzter Versuch während dieser Fahrt …

Sonntag, 25. November 2012

Bahnhofsgeschichten


Früh morgens im Zug. Er ist voll mit Berufstätigen, Gymnasiasten und Schüler. Eine Gruppe sehr junge Schüler unterhaltet sich angeregt und lacht froh gelaunt. Plötzlich schreit eine Frauenstimme: "Menschenskinder nochmal! Seid endlich still, das ist kaum auszuhalten!" Das Kinderlachen verstummt. Erstaunte Blicke der Passagiere schauen in ihre Richtung. 

Zum Glück machen sich die Kinder nichts daraus und amüsieren sich weiter.

Sonntag, 2. September 2012

Bahnhofsgeschichten

Schulschluss in der Großstadt.
Gedränge am Bahnhof, jeder kämpft um einen Sitzplatz im Zugabteil.
Eine Frau mit Kind möchte einsteigen. Ich will sie vorlassen, als ein kleines Händchen sich mit sanfter Gewalt in meiner Hand einzwängt und sie umklammert. 
„Huch, hallo junger Mann“, begrüße ich das Kind, das mich anlächelt.
„Er hat Angst vor dem großen Abstand zwischen Bahnsteig und Zugstufe (kann ich nachfühlen), deswegen hat er zusätzlich nach Ihrer Hand gegriffen“, entschuldigte sich die Oma des Vierjährigen.
Natürlich hat mein GroßMamainstinkt sofort reagiert und wir stiegen zu dritt im Zug ein.

Ich hatte ganz vergessen, 
wie wundervoll sich so eine kleine Kinderhand anfühlt ... 

Freitag, 30. März 2012

Bahnhofsgeschichten

Mutter mit Zwillingskinderwagen und ich, versuchen im Zug einzusteigen. Obwohl wir vorne beim Lockführer sind, reagiert er nicht. Am Ziel angekommen, half ich der Mutter ihre schwere Last wieder rauszutragen, immer noch ohne Schaffner.

Die Härte:
Kurz vor dem Aussteigen überholt uns ein großer starker Mann, um sofort zu verschwinden. 

Männer, was soll das?


Freitag, 10. Februar 2012

Bahnhofsgeschichten

"Wie alt schätzen sie mich?"
Die Frage der zierlichen Dame im Pelzmantel und Hut kam überraschend. Wir saßen im Zug und ich schimpfte über die wiederholte Verspätung der Bahn.
"75?"
Sie lachte.
"93 bin ich geworden. Wissen sie junge Frau, in meinem Alter nimmt man alles gelassener."

Sie hat junge Frau zu mir gesagt!

Freitag, 20. Januar 2012

Bahnhofsgeschichten

Früher Feierabend gehabt.
Bin mit Kollegin in die Gaststätte am Bahnhof gegangen. Ein Mops lief dort frei herum und kläffte uns an, bis eine Blondine ihm den Befehl gab still zu sein und an unserem Tisch kam.
„Ein Café au lait, bitte“
„Sie meinen Milchkaffee?“
„Ja und ich möchte auch gleich bezahlen“


Ich liebe Café au lait! Jeder Schluck erinnert mich an früher: An meine Heimat Frankreich, mein Zuhause bei Mémère und Pépère und an ihre Küche mit dem ewigen Kaffeeduft ...

Plötzlich erleichtert sich das Mopsweibchen genau vor mir neben den Schirmständer.

Entsetzt, rief ich zu der Bedienung: „Hallo? Ihr Hund hat gepinkelt!“
Sie aber blieb vor ihrem Laptop sitzen und murmelte so etwas wie „Was geht Sie das an?“

Sie machte keine Anstalten um dieses "Malheur" wegzuwischen.
Menschen kamen
nichts ahnend herein, traten auf die Hundepisse und verteilte sie durch die ganze Kneipe. 

Ich bin angewidert geflüchtet …

Donnerstag, 19. Januar 2012

Bahnhofsgeschichten

Im Zug, Sitzreihe hinter mir, 2 frisch geschlüpfte junge Männer:
"Meine Mutter, diese alte Votze hat sich einfach dazugestellt. Da bin ich voll ausgerastet."

Undankbarer Sohn oder lieblose Mutter?

Sonntag, 2. Oktober 2011

Bahnhofsgeschichten

Wie aus Fremden, plötzlich Bekannten werden können

Feierabend! Vertieft in mein Buch, sitze ich auf einer Bank am Bahnsteig und warte auf den Zug.
„Hallo, guten Tag!“, begrüßt mich eine angenehme Frauenstimme.
Ich blicke hoch und sehe ein lächelndes Gesicht mit Pagenfrisur aus weißem Haar. Hellblaue Augen von Lachfältchen "umzingelt", schauen mich durch Brillengläser freundlich an. Zur Seite rückend, nehme ich meine Arbeitstasche auf den Schoß.
„Möchten Sie Platz nehmen?“
„Nein, vielen Dank! Ich bin mit Freunde unterwegs“. Sie zeigt auf eine kleine Gruppe ältere Damen und Herren, die über den aufgestellten Fahrplan der DB zu diskutieren scheint.
„Ich wollte einfach nur hallo sagen. Wir Menschen laufen so oft einander vorbei, ohne Blick, ohne Lächeln, ohne Gruß. Dabei tut ein kleines Hallo gar nicht weh, nicht wahr?“
Sie lacht mich herzlich an und beginnt über sich zu erzählen:

80 Jahre ist sie, keine Kinder, hat nie geheiratet weil sie aus beruflichen Gründen in Zölibat leben musste.... 


Damals war sie Krankenschwester in einem katholischen Krankenhaus.

"Da ist der Zug, fahren Sie auch mit?" und hielt nach ihrer Gruppe Ausschau.
"Mein Zug kommt erst später"
"Wie schade, auf Wiedersehen und alles Gute!"
Zum Abschied winkend, eilte sie zu ihren Freunden, die im Begriff waren einzusteigen.

Ich habe ihr auch alles Gute gewünscht und ihr gesagt,  
dass es schön war sie kennengelernt zu haben...

Samstag, 17. September 2011

Bahnhofsgeschichten


Schulschluss

Ein Mädchen (ca. 11) lief von der Bushaltestelle quer über die Straße (ohne auf Autos zu achten!) Richtung Bahnhof auf einem Junge zu.
„Hast du Geld bei dir?“, fragte sie ganz aufgeregt.
„Nee, warum?“
„Ich habe meine Busfahrkarte verloren und kein Geld auf meinem Handy. Ich kann Mama auf der Arbeit nicht anrufen. Was mache ich jetzt?“

Einfach vorbeigehen ohne zu reagieren, das hätte ich niemals gekonnt, also gab ich dem Mädchen das Fahrgeld für ihren Bus. 



 
Gutes Gefühl, die Angst eines Kindes so einfach wegzuzaubern!





Freitag, 26. August 2011

Bahnhofsgeschichten


Sitzend, warte ich auf meinen Zug und lese ein Buch, das ich schon immer gerne besitzen wollte.
Auf meiner Arbeit werden Bücher, die beschädigt sind, nicht verkauft sondern entsorgt. Zu meiner Freude war „ Das Tagebuch der Anne Frank“ darunter.

Ein junger Mensch gesellte sich zu mir. Vielleicht 11, maximal 13 Jahre. Er greift nach seiner Schultasche, fischt ein Buch über Seeabenteuer heraus und fängt an zu lesen…

Sehr ungewohnt im Zeitalter von Handy & Co, finde ich.

Der Bub hat mich schwer beeindruckt…

Schön euch zu sehen

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Februar 2010

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