Mittwoch, 28. April 2010

Das Feuerwasser © Angelina de Satura

Samstag, 24. April 2010

Das Monster im Keller © Angelina de Satura

 .

"Florian, gehst du in den Keller und bringst Kartoffeln hoch?", fragte die Großmutter. "Ich mache daraus dein Lieblingsgericht, Pommes!", versprach sie.
Florian mochte Omas Keller nicht. Das kleine Fenster dort erhellte kaum den Raum, nicht mal wenn die Sonne draußen schien. Er fand es sehr gruselig. Er schnappte sich den Korb, ging die Treppen hinunter und blieb kurz vor der Tür stehen.
Während er sie vorsichtig aufmachte, quietschte diese Tür lauter und unheimlicher denn je. Bevor er einen Schritt in den dunklen Raum wagte, tauchte er seine Hand hinein und fühlte nach dem Lichtschalter rechts an der Wand. Das Licht ging an und beleuchtete nur die Mitte des Raumes, doch sämtliche Ecken des großen Kellers blieben in der Dunkelheit verborgen. Er ging schnell hindurch und griff nach den gelagerten Kartoffeln.
Plötzlich schlug die Tür hinter ihm zu. Er erschrak und hielt den Atem an.
Er hörte ein Geräusch, es kam aus der finstersten Ecke hinter ihm.
Vorsichtig drehte er sich um. Leuchtende Augenpaare blickten ihn an und bewegten sich langsam auf ihn zu.
Er ließ alles fallen, rannte zur Tür, riss sie auf, schloss sie schnell hinter sich und rannte schreiend die Treppe hinauf:
"Oma, Oma!", rief er außer Atem, sein Herz klopfte bis zum Hals.
"Unten ... Im Keller ... Ein Monster!"
Oma ging hinunter, Florian folgte ihr aus sicherer Entfernung.
Sie öffnete die Tür.
"Florian, komm zu mir, ich habe dein Monster entdeckt!", lachte sie aus ganzem Herzen.
Ein Tier, schwarz wie die Nacht, streifte Omas Beine.
Es war Mieze, die Katze. 




Ach ja, die Tür welche hinter Florian zuschlug, wurde von einem Durchzug verursacht, das passiert manchmal wenn mehrere Fenstern offen sind und der Wind von draußen hineinweht.

Freitag, 23. April 2010

Du bist nicht mehr mein Freund! © Angelina de Satura





Ich bin klein
Mein Herz ist rein
 
Du bist groß
Was ist nur los?
 
Freunde fein
Wollten wir sein

 
Nahmst mich mit 

Herz aus Granit

Fühlte Schmerz
Brachst mir das Herz

 
Bin ganz rot
Und sogar 

tot



Mittwoch, 21. April 2010

Auch Mamas machen Fehler © Angelina de Satura

“Maximilian!”, schrie Mama entsetzt.
Eigentlich nennt sie ihn Max, außer wenn sie mächtig auf ihn sauer ist, so wie jetzt.
“Was hast du denn mit der Küche angestellt?”, rief sie verständnislos.
“Tut mir Leid, Mama. Ich wollte doch…”
“Nein, Maximilian! Es gibt keine Entschuldigung für dieses Chaos!”, unterbrach sie.


Die Küche sah wirklich wüst aus. Eierschalen klebten an sämtlichen Arbeitsflächen. Mehl lag verstreut auf den Fliesen. Milchpfützen überall! Die meisten Töpfe waren aus den Schränken heraus genommen worden. Nicht zu übersehen war dieser Stapel schmutziges Geschirr. Er neigte sich gefährlich nach vorne und drohte  auf den Boden hinunter zu stürzen.
“Was hast du dir nur dabei gedacht?”, fragte sie enttäuscht.
“Aber Mama…”, versuchte Max wiederholt zu erklären.
Doch Mama wollte gar nicht zuhören.
“Geh sofort in dein Zimmer!”, befahl sie streng.
Max gehorchte stumm und verließ mit gesenktem Kopf den Raum. Er lag in seinem Bett und musste sogar weinen. So hatte er sich diesen Tag nicht vorgestellt. Mama hätte fröhlich sein müssen und er auch!

“Das gibt es nicht!”, staunte Mama. Sie lachte laut und herzlich.
“Sie hat es endlich entdeckt!”, freute sich Max und wischte schnell seine Tränen weg. Er hörte wie sie in seine Richtung eilte, vor seiner Tür stehen blieb und zaghaft anklopfte.
“Max, darf ich zu dir?”, fragte sie mit zärtlicher Stimme.
“Komm herein!", antwortete Max versöhnlich.
Mama hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen.
“Bitte verzeih mir! Ich konnte nicht ahnen welche Überraschung dahinter steckte. Ich habe einen riesendummen Fehler gemacht. Statt dir zuzuhören, habe ich dich nur ausgeschimpft. So etwas wird nie wieder vorkommen, ganz großes Mama Ehrenwort!”, versprach sie,  während sie ihn liebevoll umarmte.

Sie gingen gemeinsam zurück in die Küche, vorbei an dem schief aufgetürmten Geschirr. Der kleine Tisch, hinten an der Ecke, war mit ganz vielen Gänseblümchen geschmückt. Genau in der Mitte, stand Maximilians erster selbstgebackener Kuchen, mit Schokoladenglasur und Gummibärchen verziert - ein sehr leckerer Anblick!

Daneben lag eine bunt gebastelte Karte, darauf stand mit Glitzerschrift:


Für die beste Mama der Welt, alles Liebe zum Muttertag!
Guten Appetit.
Dein Max




Nachtrag
Über dieses Thema findet ihr bei 

 Martina 

eine Geschichte, die sich echt zugetragen hat.

Montag, 19. April 2010

Besuch in der Vergangenheit © Angelina de Satura


Bruder ging voraus und trug eure Blumen
Derer Pracht, bei jedem Schritt, ein wenig verloren ging

Die Sonne kämpfte mit dem Himmel
Und es roch nach nasser Erde

Vater stand vor euch, stumm, die Hände gefaltet
Ich spürte seine Traurigkeit, dieser Hauch von Verzweiflung

Was ist aus eurem Leben geworden,
Kleine mollige Frau, die du warst,
Deren Mann immer aus dem Fenster schaute?

Donnerstag, 15. April 2010

Abrakadabra © Angelina de Satura







Ich kann ganz toll zaubern
Einfach weg vom Schaudern

Sehe nicht dein Gesicht
Spür Dich nicht Bösewicht

Ich nehme Dich nicht wahr
Bin überhaupt nicht da

Jetzt, als leere Figur
Fühl ich keine Tortur

Ich komm´ erst wieder zurück
Wenn Du nicht mehr spielst „verrückt“


Mittwoch, 14. April 2010

Wo ist Sami? © Angelina de Satura

Endlich hatte Lisa Geburtstag. Jetzt war sie alt genug für das tollste Geschenk ihres Lebens. Sie wünschte sich so sehr ein Haustier. Mama ging mit ihr zu einer Zoohandlung. 
Beim Öffnen der Tür erklang hell ein Glöckchen. Verschiedene Vogelarten trillerten, zwitscherten oder pfiffen laut und grell. Lisa entdeckte Wellensittiche, Kanarienvögel und viele, die sie überhaupt nicht kannte. Alle sahen wunderschön aus.
Leo der Verkäufer, mit einem Papagei auf der Schulter, kam aus dem Nebenzimmer.
"Hallo! Ich bin Coco!", grüßte der bunte Vogel.
Leo kraulte den Krummschnabel und lobte:
“Coco, du bist ein braver Junge!”
“Coco braver Junge!”, wiederholte Coco und knabberte am Ohr seines Herrchens.
Leo half Coco in seinen Käfig und sagte:
“Guten Morgen meine Damen, was kann ich für sie tun?”
“Ich darf mir ein Haustier aussuchen!”, antwortete Lisa stolz.
“Wie wäre es mit einem Nagetier?”, bot er an.
Er führte sie ins Nebenzimmer. Dort befanden sich Zwerghäschen, Meerschweinchen, Ratten, Hamster und Mäuse! Die neugierigen Hamster mochte Lisa am liebsten. Ein Hamstermännchen stellte sich und hielt sich mit seinen Vorderpfoten am Käfig fest. Er schaute Lisa vorwitzig an. Als sie näher kam, versuchte er seine Schnauze durch das Gitter zu zwängen. Es sah so aus, als ob dieses Tier sich Lisa ausgesucht hätte. Lisa zeigte auf den kleinen Kerl und sagte:
"Den möchte ich haben!"
Lisa nannte ihn Sami. Sie kümmerte sich gut um ihn. Sami hatte stets frisches Futter, Trinken und einen sauberen Käfig. Er durfte sich frei bewegen sobald Lisa sich in ihrem Zimmer aufhielt. Wenn sie von der Schule kam, wartete Sami schon. Während Lisa ihre Hausaufgaben erledigte, krabbelte er auf ihre Schulter, unter ihr langes Haar und schlief. Aber heute Abend geschah etwas Furchtbares. Als es Zeit war ins Bett zu gehen, war Sami verschwunden. Lisa bat Mama um Hilfe und sie suchten zusammen. Sie schauten unter Lisas Bett, schoben Regale vor und durchsuchten den Mülleimer… Nichts.
Mama hatte eine Idee:
“Am besten legst du ein Leckerli in Samis Käfig. Sobald er Hunger bekommt, wird er dorthin laufen.”
Lisa wählte den schönsten Apfel aus. Sie schnitt ein großes Stück ab und legte es in Samis Reich. Mama deckte Lisa zu und tröstete sie:
“Er wird bestimmt wieder auftauchen!”
Mama schaltete das Nachtlämpchen an und das große Licht aus. Sie gab Lisa einen Kuss und ging. Lisa konnte nicht einschlafen. Sie sorgte sich um Sami! Sie drückte schluchzend ihre Puppe Nana an sich. Plötzlich bewegte Nana ihren Kopf hin und her. Lisa bekam solche Angst! Sie schrie so laut sie nur konnte:
“Mamaaa!”
Die Tür ging auf und das Licht an. Mama stand im Zimmer und fragte erschrocken:
“Was ist passiert?”
Lisa lief zu ihrer Mutter und zeigte auf die Puppe im Bett. Sie stotterte aufgeregt:
“Sch… schau… Nana lebt!”
Nanas Kopf bewegte sich heftiger! Aus ihrem Haar kroch etwas heraus…
Es war der verschlafene Sami. Er gähnte, streckte sich und hielt sein rosa Näschen schnüffelnd in die Luft… Genau Richtung Apfelstück.


Dienstag, 13. April 2010

Ohne Dich © Angelina de Satura


Als Du von uns gingst
 Hast du eine Lücke hinterlassen


Zwar versuche ich sie auszufüllen


Doch Du bleibst für ewig unersetzbar
 Ich vermisse Dich!

Montag, 12. April 2010

Krankes Hirn © Angelina de Satura


Ach wie gut
Das keiner weiß
Wie mein Blut
Wird immer heiß

Weil eure Kinder
Sich kraftlos wehren
Muss sie nicht minder
Pervers begehren

Wollte euch warnen
Bin überall
Kann mich gut tarnen
Wirke normal

Seid auf der Hut
Liebende Eltern
Denn meine Glut
Will Feuer ernten

Donnerstag, 8. April 2010

Auf der Flucht © Angelina de Satura


“Lauf, Simon, lauf! Ich werde dich retten!”, versprach Drag, der kleine Drache. Er hielt Simons Hand ganz fest und zog ihn mit sich fort. Sie rannten durch den unbekannten Wald. Die hohen Baumkronen wuchsen so dicht zusammen, dass die Sonne mit ihrem Licht kaum hindurch dringen konnte. Büsche bewegten sich und versperrten ihnen den Weg. Efeuranken peitschten zischend durch die Luft. Der kleine Drache musste die ganze Zeit Feuer spucken, um ihnen einen Weg durch das Dickicht zu bahnen. Aus den bedrohlichen Pflanzen blieb nur noch qualmende Asche übrig. Dank Drags Fähigkeit konnten sie entkommen 

“Steigt schnell in das Boot ein!”, rief Sarah, die Fee.
Sie ruderten über den See. Ein kreischendes Wasserungeheuer mit spitzen Zähnen und blutroten Augen tauchte plötzlich auf. Es schlug gezielt mit seinem gezackten Schwanz in ihre Richtung und wollte sie zum Kentern bringen. Sarah berührte mit ihrem Zauberstab das Boot damit alle für die Bestie unsichtbar wurden. Wilde Strudel erschienen aus dem Nichts. Sie versuchten die Freunde auf den Grund des Sees hinunterzuziehen. Simon, Drag und Sarah hielten sich ganz fest, ohne einen Laut von sich zu geben, weil sie befürchteten, dass das Ungeheuer sie sonst hören könnte. Um der Gefahr zu entrinnen, benutzte Sarah erneut den magischen Stab. Das Boot schwebte jetzt über das brodelnde Wasser. Sarahs Zauberei hatte alle Freunde erfolgreich gerettet.


Sobald sie das Ufer erreichten, zog sich plötzlich der Himmel zu. Unzählige Blitze schlugen ein. Krachender Donner folgte. Die Erde öffnete sich und ein fürchterlicher Schrei schallte aus dem Innern. Ein einäugiger Riese kroch aus dem Loch heraus. Der Boden bebte bei jedem seiner Schritte.


    
“Kommt her zu mir! Hier seid ihr sicher!”, schrie Pablo, der Zwerg. Pablo stand vor einer Höhle und benutzte seine magischen Kräfte. Mit geschlossenen Augen zeigte er auf seine Freunde und beschwor sie mit fremden Worten. Ein Wirbelwind packte sie behutsam und trug alle vier Freunde ganz tief in die Höhle. Pablos Magie hatte alle in Sicherheit gebracht. Der Riese kniete sich vor die Öffnung und steckte vergeblich seine Hand hinein. Wütend über sein Scheitern, trat er mit vollster Wucht gegen den Berg. Die Höhle erzitterte. Ein Steinschlag stürzte mit grollendem Geräusch hinunter und versperrte den einzigen Ausgang.
“Wir haben unsere Zauberkräfte bis zur Erschöpfung verbraucht”, stellte Drag traurig fest.
Sarah und Pablo seufzten. So hilflos hatten sie sich noch nie gefühlt.
“Jetzt liegt es an dir, Simon”, sagte Drag.
Seine Freunde schauten ihn hoffnungsvoll an.
“Was soll ich nur machen?”, fragte Simon verzweifelt.
“Du musst dir aus ganzem Herzen wünschen, wieder nach Hause zu kommen. Nur du kannst uns retten!”, forderte Drag ernst.
Simon schloss seine Augen und wiederholte laut:
“Ich will wieder nach Hause, ich will wieder nach Hause, ich will wieder nach Hause…


Als Simon seine Augen aufschlug, war er sehr erstaunt, in einem Krankenhausbett zu liegen.
“Wie fühlst du dich?”, fragte Mama besorgt und gab ihm vorsichtig einen Kuss auf seine Stirn.
Ein Arzt kam. Nachdem er Simons Krankenakte gelesen hatte, bestätigte er Mama:
“Die Mandeloperation verlief ohne Komplikationen. Dem Jungen geht es prima”
Er schaute Simon an und sagte ihm lächelnd: “Du darfst ab jetzt soviel Eis essen wie du möchtest!”

Freitag, 2. April 2010

Nachruf © Angelina de Satura



Hallo mein Bester,
wie geht es dir?
Gefällst dir besser,
weit weg von mir?


War deine Wahl
richtig bedacht?
Was hat die Qual
aus dir gemacht!


Damals im Keller,
weißt du es noch?
Mit dem Revolver,
dein Kopf, ein Loch.

Schön euch zu sehen

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Februar 2010

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